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Thema: Züchter werden, Hündin ohne Papiere

  1. #21
    Administrator Avatar von LUNA
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    Standard AW: Züchter werden, Hündin ohne Papiere

    Warum genau möchtest du züchten, Sabrina?
    Steffie
    Es gibt für alles eine Zeit:
    eine Zeit der Freude, der Stille, des Schmerzes und auch eine Zeit der dankbaren Erinnerung

    Du fehlst mein


  2. #22
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    Standard AW: Züchter werden, Hündin ohne Papiere

    Zitat Zitat von JKM + Joschi Beitrag anzeigen
    Sabrina, mit diesem Beitrag wirst Du hier offene Türe einrennen ;-)

    Gut überlegt, aber zu einer verantwortungsvollen Zucht gehörte schon ein wenig mehr.

    Züchte doch einfach mit gesunden Hunden, die Papieren der FCI.be angeschlossenen Zuchtvereinen nachweisen können.

    Zucht ohne Papiere, im kleinen Rahmen ist mMn 'Hobbyvermehrung'.
    Im großen eine gewerblich betriebene Vermehrung.
    Davon haben wir schließlich mehr als genug nicht nur in Deutschland.
    Gelesen habe ich hier schon, dass ein WE-Züchterseminar und eine Begutachtung der Zuchtstätte ausreicht, um zu den Züchtern zu gehören.

    Es gibt genug Züchter und genug Welpen. Es brauch keine mehr zur Befriedigung des eigenen Egos.

  3. #23
    Erfahrener Benutzer Avatar von YnisAvalach
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    Standard AW: Züchter werden, Hündin ohne Papiere

    Hallo,

    ob Du züchtest oder nicht ist Deine Entscheidung. Allerdings solltest Du Dich vorher informieren, Du sagst ja auch das Du das möchtest:

    Zitat Zitat von Schockopfote Beitrag anzeigen
    Und weil ich ja nicht einfach so einen Wurf machen möchte, sondern schon wissen will auf was man bei der Verpaarung achten muss, will ich ja auch das neuzüchterseminar machen! Um eben zu wissen wie man kranke Hunde vermeiden kann!
    Auf jeden Fall ein guter Anfang.

    Zitat Zitat von Schockopfote Beitrag anzeigen
    Ich möchte kein Vermehrer sein, ich möchte gerne ein Neuzüchter Seminar machen und mich gut vorbereiten und wenn möglich auch für einen Verband oder ähnliches züchten.

    könnt ihr mir tips und Hilfen geben?
    Auch sehr löblich, ich versuche Dir im Folgenden zu erklären was ich dazu meine. Aber ich fürchte meine Antworten werden Dir nicht unbedingt gefallen.

    Aber zuerst solte man sich Überlegen was man da eigentlich tut:

    "Als Zucht wird in der Biologie die kontrollierte Fortpflanzung mit dem Ziel der genetischen Umformung bezeichnet. Dabei sollen gewünschte Eigenschaften verstärkt und unerwünschte Eigenschaften durch entsprechende Zuchtauslese zum Verschwinden gebracht werden." (Quelle: Wikipedia)

    Also solltest Du nicht nur versuchen zu vermeiden kranke Hunde zu "produzieren" Du solltest Dir zunächst überlegen was Du mit der Zucht erreichen willst.

    Zitat Zitat von LUNA Beitrag anzeigen
    Warum genau möchtest du züchten, Sabrina?
    Das scheint zunächst eine einfache Frage zu sein, Du hast einen tolle Hündin und möchtest das sie ihre guten Eigentschaften zum Wohle der Rasse weiter gibt. Mich hat dieser Text (im Original von Amanda Gav) mit einem fiktiven Neuzüchter sehr beeindruckt, allerdings ist er ziemlich desillusionerend, aber auf Basis von Illusionen anfangen zu züchten ist sicher nicht die richtige Entscheidung.

    Zitat Zitat von Schockopfote Beitrag anzeigen
    Also eins möchte ich ganz klar sagen, sollte irgendetwas Gesundheitliches gegen die Zucht sprechen, würde ich sie nie decken lassen!!!!!
    Das ist ja schon mal sehr löblich, aber ist das wirklich genug? Okay gehen wir davon aus, Du hast einen guten Grund gefunden und es gibt auch objektiv gute Gründe mit Deiner Hündin zu züchten, dann kommen wir zurück dazu was Zucht eigentlich ist: "die kontrollierte Fortpflanzung mit dem Ziel der genetischen Umformung [...]. Dabei sollen gewünschte Eigentschaften verstärkt und unterwünschte Eigenschaften [...] zum Verschwinden gebracht werden."

    Also schauen wir uns die wichtigen Punkte doch einmal kurz an:

    • Kontrollierte Fortpflanzung: Für die Kontrolle brauchst Du Informationen. Also sind die Informationen über die Ahnen die Grundlage der Zucht. Da haben wir schon das Grundproblem bei der Zucht mit Hunden ohne offizielle Papiere: Über die FCI hat man Zugang zu der größten Datenbank über die Ahnen mit kontrollierten und vergleichbaren Gesundheitsergebnissen. Wer sich schon an das Abenteuer Zucht wagt und meint er könnte in die Natur eingreifen um ein Ziel zu erreichen, der sollte dies nur mit den besten Informationen tun und die liegen bei einem Hund ohne Papiere einfach nicht vor
    • Ziel: Das Zuchtziel ist bei Rassehunden in der Rassebeschreibung vorgegeben. Diese Rassebeschreibung umfasst sowohl das Aussehen als auch das Verhalten der Hunde. Retriever sind Jagdhunde und für die Niederwildjagd gezüchtet. Gerade wenn man "Arbeitslinie" züchten will, sollte man doch bedenken das man die jagdlichen Eigenschaften von Hunden nur im jagdlichen Einsatz sehen kann.
    • Gewünschte Eigenschaften: Bei Retrievern sind dieses (neben dem Aussehen): Sozialverträglichkeit, Will to please, Weiches Maul, Führigkeit und viele mehr... Du solltest Dich also intensiv mit der Rasse und ihren ursprünglichen Aufgaben beschäftigen um in der Lage zu sein Tiere für eine Verpaarung auszusuchen.
    • Unerwünschte Eigenschaften: Genau wie die gewünschten Eingenschaften, sollte man sich auch über unerwünschte Eigenschaften der Hunde (und da meine ich lange nicht nur Erbkrankheiten, wie HD/ED, PRA usw.) sondern auch fehler im Aussehen und im Verhalten informieren. Oliver Kiraly schreibt in seinem Buch "The Balance" sehr schön über erwünschte und unerwünschte Eigenschaften von Retriervern.


    Aber kommen wir zu Deinen ursprünglichen Fragen zurück:

    Zitat Zitat von Schockopfote Beitrag anzeigen
    Hallo,

    ich habe eine Frage:
    Kann man mit einer Hündin ohne Papiere Züchten?
    Wie ich oben ausgeführt habe: Nein! Und zwar einfach weil man dann nicht mit den best möglichen Informationen über die Ahnen Tiere verpaart. Damit erfühllt man, meiner Meinung nach, nicht die Anforderungen an eine Zucht, sondern man erschafft Welpen. Das bezeichne ich als "Vermehrung".

    Zitat Zitat von Schockopfote Beitrag anzeigen
    Ich möchte gerne mit meiner Hündin züchten, Sie kommt aus einer Hobbyzucht. Ich weiß, wenn du züchten willst, dann hol dir eine Hündin mit Papieren. Aber wir haben eine 12 jährige Hündin mit Papieren und sie hat leider eine Grotten schlecht Hüfte, dazu kommt das Sie für eine Hündin sehr groß und schwer ist. Das war für uns aber natürlich kein Grund sie wieder herzugeben.
    [...]
    Deshalb haben beschlossen, ohne Papiere, für die Gesundheit, diese Hündin zu nehmen. Jetzt ist sie fast ein Jahr alt und ein ganz toller Hund.

    Da kam der Wunsch zu züchten.
    Bitte informiere Dich darüber was Zucht ist und was für Eigenschaften Retriever haben sollten. Ich verstehe nicht ganz warum ihr für die Gesundheit eine Hündin ohne Papiere genommen habt, aber das tut hier auch nichts zur Sache. Natürlich ist sie in Deinen Augen ein ganz toller Hund, aber überlege Dir lieber wen Du fragen könntest, der das auch objektiv beurteilen kann ob dieses wirklich so ist. In den FCI/VDH Zuchtvereinen gibt es dafür eine Zuchtordnung, die verlangt, dass ein Zuchthund sowohl äußerlich/optisch (auf einer Show oder dem Formwert) von siner Gesundheit (HD/ED röntgen, Augen- und Blutuntersuchung, usw.), von seinem Verhalten (Wesenstest) und bei jagdlicher Leistungszucht auch von seinem Arbeitsverhalten (Prüfungen) von unabhängigen Experten beurteilt wird.

    Zitat Zitat von Schockopfote Beitrag anzeigen
    jetzt haben wir uns entschlossen eine Hündin aus der Arbeitslinie zu nehmen. Die sind aber beim VDH nur sehr sehr selten bis gar nicht vertreten.
    Ich weiß nicht wie Du darauf kommst. Leider sagst Du ja nicht um welche Retrieverrasse es Dir geht, aber wenn man auf der Seite des DRC unter "Welpen" schaut, dann findet man z.B. bei den Welpenlisten:
    • Golden Retriever: Von 40 Würfen, 2 Würfe mit beiden Eltern aus jagdlicher Leistungszucht und 11 Würfe mit einem Elternteil aus jagdlicher Leistungszucht (=32% der Würfe)
    • Labrador Retriever: Von 50 Würfen, 24 Würfe mit beiden Eltern aus jagdlicher Leistungszucht und 17 Würfe mit einem Elternteil aus jagdlicher Leistungszucht (= 82% der Würfe)


    Das ganze hat mich gearde mal 5 Minunten gekostet und ich habe mich in der Suche nur auf Deutschland beschränkt. In Dänemark, Holland, Belgien, Frankreich, Italien und vor allem in England sind Arbeitshunde noch viel verbreiteer als in Deutschland, da findet man noch viel eher Hunde, die auch wirklich über generationen retrievertypisch arbeiten und das auch in Field Trials unter Beweis stellen. Also es tut mir leid ich kann beim besten Willen nicht nachvollziehen, wie Du darauf kommst, dass Arbeitliniden "sehr sehr selten bis gar nicht vertreten" sind. Natürlich ist es immer einfacher, wenn man sich in der Suche nach einem Welpen durch bestimmte erwünschte Eigenschaften beschränkt, aber nur weil ein Hund arbeitswillen zeigt, ist es noch lange kein Grund darüber nachzudenken mit ihm zu züchten. Du schreibst Deine Hündin ist knapp ein Jahr alt, da fängt man doch gerade mit der Ausbildung an. Selbst wenn Deine Hündin Papiere hätte, fände ich es noch viel zu früh schon darüber nachzudenken ob es sich (aus Arbeitssicht) mit ihr zu züchten. Bilde sie aus, schau was wirklich (am Ende der Ausbildung) in ihr steckt. Erst wenn der Hund arbeitstechnisch etwas geleistet hat, dann lohnt es sich aus diesem Grund darüber nachzudenken mit ihm zu Züchten. Leider bedeutet das natürlich auch, dass man selbst in der Lage sein muss einen Hund soweit auszubilden um sein Potential frei zu legen. Aber nur wenn man das erreicht hat, dann kann man beurteilen ob der Hund auch wirklich die Arbeitsanlagen in sich hat, die eine Nachzucht wegen der Arbeitsanlagen gerechtfertigt. Mir ist klar, das dieser Anspruch deutlich höher ist als die jagdliche Leistungszucht des DRC, aber man muss ja auch keinen Welpen aus Deutschland nehmen. Und wenn man wirklich meint "zur Verbesserung der Rasse" zu züchten, dann sollte man doch die höchsten Ansprüche stellen.

    Ich hoffe ich konnte Dir einige Anstöße zum Nachdenken geben und Dir unterschiedliche Perspektiven zeigen unter denen Du Dein Vorhaben nochmal betrachten kannst. Wenn ich mit meinem Geschreibsel eher noch mehr Fragen aufgeworfen habe, dann war das vielleicht sogar beabsichtigt , aber ich würde die natürlich auch versuchen zu beantworten .

  4. #24
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    Standard AW: Züchter werden, Hündin ohne Papiere

    Danke, für diese konstruktive Kritik, mit solchen Aussagen kann man wenigstens was Anfangen! Ich werde mir nochmal Gedanken machen und mich noch weiter damit beschäftigen!

    vielen Dank für eure Einschätzungen und Meinungen!

  5. #25
    Super-Moderator Avatar von fine
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    Standard AW: Züchter werden, Hündin ohne Papiere

    Danke, Jan, für die Mühe.
    Claudia mit Felix & Bowie

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  6. #26
    ...in Urlaubsstimmung... Avatar von Sunnyhome
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    Standard AW: Züchter werden, Hündin ohne Papiere

    Sehr gut und verständlich geschrieben, Jan.


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